Christenlehre

Was ist „Christenlehre“ fragen Eltern oft, wenn sie überlegen, ob das auch ein gutes Angebot für ihr Kind sein könnte.

In der DDR wurde die christliche Unterweisung Ende der fünfziger Jahre in den staatlichen Schulen verboten, man zog sich damit – notgedrungen – in die Räume der Kirchengemeinden zurück. Hier fand die Christenlehre statt und wurde von vielen Eltern dankbar angenommen. So hatten die Kinder meist christlicher Familien in den konfessionellen Kindergärten, Horten, der Christenlehre- und Konfirmandengruppe und schließlich der Jungen Gemeinde ein Zuhause gefunden, oft als einzige Alternative zum staatlichen Angebot zur Erziehung. Deshalb war Christenlehre schon immer mehr als nur kirchlicher Unterricht. Sie war Familie, Gemeinschaft, Ort der Seelsorge, Ort für religiöse, politische, soziale Auseinandersetzung.

Diese Tradition soll auch heute weiter gepflegt werden. Die Christenlehre ist das Angebot der Kirchengemeinde, den Kindern aller Klassenstufen biblische Geschichten und Gemeindeleben nahe zu bringen. Wöchentlich treffen sich die Kinder in einer festen Gruppe (entsprechend ihrer Altersstufe) zur Christenlehre.
Im Unterschied zum Religionsunterricht, bei dem die Vermittlung von Kenntnissen über Religionen im Vordergrund steht, will die Christenlehre in das Leben der Gemeinde einführen und den Glauben an Gott erfahrbar machen. Somit bietet die Christenlehre Raum für vieles, was in der Schule eben nicht „machbar“ ist!
Die Kinder lernen in der Christenlehre viele biblische Texte kennen. Sie werden erzählt oder gelesen, didaktisch-methodisch bearbeitet, auf vielfältige kreative und ganzheitliche Weise verinnerlicht, so dass eine umfangreiche inhaltliche, lebensbezogene Auseinandersetzung mit den biblischen Überlieferungen möglich ist. Daneben kommen auch andere Geschichten zum Einsatz, die zum Erwerb von Lebenskompetenzen für die Jungen und Mädchen ebenso eine wichtige Rolle spielen können.

Die Kinder sollen befähigt werden, sich zu entscheiden: Ist mir dieser Weg eine Lebenshilfe oder wähle ich später einen anderen Weg.

Gemeinde erfahrbar zu machen ist ein anderes wichtiges Ziel der Christenlehre. Zum Beispiel, dass es in unserer konsum- und materiellorientierten Welt auch noch andere Werte und Normen gibt, nach denen sich Menschen richten.

Kirchenjahresspezifische Themen, andere Religionen und geschichtliche Zusammenhänge werden zumindest ansatzweise behandelt. Aktuelle Themen aus Politik und Gesellschaft können gelegentlich ebenso zum Gesprächsinhalt werden.

Die Christenlehre ist neben dem Unterricht ein Ort des vertrauten Gespräches und der Gemeinschaft – und orientiert sich an den Bedürfnissen der Kinder. Deshalb haben auch Spiele, kreative Aktionen, gemeinsames Kochen und Backen, Ausflüge und natürlich – ganz wichtig – Teetrinken und Kekse knabbern hier ihren Platz.
Die Christenlehre-Kinder werden in die Vorbereitung von Veranstaltungen und anderen Aktionen, auch im Gottesdienst, nach ihren Möglichkeiten mit einbezogen. Ein besonderes Erlebnis für die Kinder ist das Krippenspiel, das sie mit großem Engagement am 24.12. in der Kirche aufführen. Die Kinder tun etwas für die Gemeinde – sie sind die Überbringer der freudigen Botschaft: „Euch ist heute der Heiland geboren!“

Schön für die Gruppen ist es, wenn möglichst viele Kinder an den Freizeiten teilnehmen können – das stärkt den Gruppenzusammenhalt und eröffnet die Möglichkeit, sich dort besonders intensiv mit bestimmten Themen auseinander zu setzen und trägt auch dazu bei, neue Kontakte zu knüpfen – denn es nehmen schließlich nicht nur Christenlehre-Kinder teil!