Treffpunkt Suppenküche

Armut in Bad Doberan?
Ja, die gibt es, und sie wird immer größer. Kinder werden vom Hort abgemeldet, weil das Essengeld nicht bezahlt werden kann. Auch in den höheren Klassen bleiben viele Kinder ohne warme Mahlzeit.
Armut in Bad Doberan betrifft aber auch Erwachsene. Der „Doberaner Brotkorb“ verteilt zweimal in der Woche Lebensmittel für etwa 600 Menschen. Häufig sind dies Langzeitarbeitslose, die zunehmend Schwierigkeiten haben, ihren Tagesablauf zu strukturieren. Und dann gibt es noch die Einsamen, die, die nicht wissen, für wen sie überhaupt kochen sollen, wenn sie doch sowieso alleine am Tisch sitzen ...

Für alle diese Menschen, große und kleine, gibt es seit Januar 2008 den „Treffpunkt Suppenküche“ in der Klosterstraße 1b in Bad Doberan. Von Montag bis Freitag gibt es jeden Mittag ein warmes Essen. Niemand muss seine „Bedürftigkeit“ nachweisen. Wer hungrig ist und kein Geld hat, ist ebenso willkommen wie die, die einen festen Punkt in ihrem Tagesablauf brauchen, ein Ziel, für das es sich lohnt, aufzustehen und loszugehen, und die, die ihre Einsamkeit zu Hause nicht mehr ertragen können.

Der „Treffpunkt Suppenküche“ will sattmachen, Menschen miteinander ins Gespräch bringen und so dazu beitragen, dass diese sich und ihre Zukunft nicht aufgeben. Der „Treffpunkt Suppenküche“ kann auf diese Weise Hilfe zur Selbsthilfe sein.

Die Ev. Kirchengemeinde in Bad Doberan unterstützt dieses Vorhaben, indem sie ihre Räume zur Verfügung stellt, die notwendigen Umbauten finanziert, Betriebskosten und Reinigungskosten übernimmt und den Ehrenamtlichen, die diese Suppenküche organisieren, gegebenenfalls Supervision ermöglicht.

Trotzdem ist der „Treffpunkt Suppenküche“ auf die Unterstützung und die Spenden vieler angewiesen. Lebensmittel wollen beschafft und verarbeitet werden, und damit die notwendigen hygienischen Bedingungen erfüllt werden können, müssen immer wieder große Anstrengungen unternommen werden.