Musik in Corona-Zeiten

Maskenpflicht und Abstand, Vorsicht statt Nachsicht, von der Einschränkung bis zum Verzicht. Wir leben gerade in einer Zeit, in der wir uns nicht mehr gedankenlos begegnen können. Handlungsempfehlungen täuschen uns mitunter darüber hinweg, dass wir eventuell nicht mehr zu dem gemeinschaftlichen Zusammenleben zurückkehren werden, wie wir es vor Corona kannten. Vieles, was wir für selbstverständlich hielten, könnte in Zukunft anders oder neu sein. „Ein jegliches hat seine Zeit und ein Ende“ nötigt uns viel Geduld, Achtsamkeit und Verständnis ab. Unter den geltenden Bestimmungen ist Singen nur teilweise möglich, in geschlossenen Räumen unmöglich, da ein Chorsänger einen zu großen Umraum braucht und die Auswirkungen der Aerosol-Übertragung nicht ausreichend erforscht sind.

Mit diesen grundsätzlichen Einsichten hat sich der Musikausschuss unserer Gemeinde eingehend beschäftigt und sich dazu entschlossen, alle Chormusik bis auf Weiteres ruhen zu lassen.

Wir hoffen natürlich auf Zeiten, in denen wir wieder andere Entscheidungen treffen können, wie auch die Absage einer ganzen Konzertreihe im Münster. Wir sind zuversichtlich, dass Chorleben wiederkehren wird, wenn es keine gesundheitliche Gefahr mehr bedeutet. Eine Kirchengemeinde möchte aber eben nicht ausgrenzen, sondern einladend und verbindend für alle sein.

Kulturelles Leben ist jedoch ein wichtiger Bestandteil der Menschbildung und eine Welt ohne gemeinsame Musik undenkbar. In der christlichen Kirche werden von Beginn an Glaubensinhalte über die Musik vermittelt, gemeinsam Choräle gesungen – sei es alleine oder im Chor, im Gottesdienst oder im Konzert. Musik hat viele Facetten und alternative Möglichkeiten.

Daran haben wir nun unser kirchenmusikalisches Angebot ausgerichtet. Manches muss leider ruhen, Einiges ist angepasst. Anderes wiederum ist neu und initiiert vielleicht eine Zeit, in der wir wieder uneingeschränkt gemeinsam geistliche Musik betreiben, erfahren und genießen können. Die geistliche Abendmusik am Sonntag und das Musizieren im „Projekt X“ laden in besonderer Weise dazu ein: wer sich mit seiner Stimme oder seinem Instrument einbringen möchte, kann sich gerne bei Kantor Matthias Bönner melden, er sammelt, koordiniert, bringt zusammen, wo es sinnvoll ist.

Durch viele kleinere Formate, kreative Ideen und angepasste Dynamik wird sich sicher ein neues fruchtbares musikalisches Miteinander ergeben – anders und neu – und alles wird dann seine ausgiebige Zeit haben.

Der Musikausschuss der Kirchengemeinde